Steuerliche Abschreibung von Sanierungskosten

Förderzweck

Etliche Ortsgemeinden in der VG Saarburg haben Sanierungsgebiete gemäß § 142 BauGB ausgewiesen, um Hauseigentümern die steuerliche Abschreibung von Sanierungs-/ Modernisierungskosten der innerhalb der Sanierungsgebiete liegenden Gebäude gemäß § 7h EStG zu ermöglichen.

Konkret können Gebäudeeigentümer, sofern sie der Bauherr sind und in Deutschland zur Ein­kommensteuer veranlagt werden, die Kosten von umfassenden Sanierungsmaßnahmen an Bestandsgebäuden innerhalb des Sanierungsgebietes über einen Zeitraum von 10 Jahren bei ihrer jährlichen Einkommenssteuererklärung geltend machen und dadurch lukrative steuer­liche Abschreibungen erhalten.

Dabei können die Eigentümer ihre Investitionskosten über einen längeren Zeitraum steuerlich absetzen:

  • bei selbstgenutztem Wohnraum: innerhalb von 10 Jahren zu jeweils 9%.
  • bei vermieteten / für eigenen Betrieb genutzten Gebäuden: innerhalb von 12 Jahren – und zwar in den ersten acht Jahren zu jeweils 9% und in den letzten vier Jahren zu jeweils 7%.

Berechnungsbeispiel für den steuerlichen Vorteil

Folgende Berechnung zeigt den enormen Steuervorteil am Beispiel einer selbstgenutzten Wohnung:

individueller Steuersatz

27%

42%

Investitionsvolumen

100.000 €

100.000 €

Berechnung

der steuer­lichen Entlastung

pro Jahr

pro Jahr anrechenbar sind 9% des Investitionsvolumens von 100.000 €

= 9.000 € pro Jahr anrechenbar

 

multipliziert mit individu­el­lem Steuersatz von 27% ergibt das eine Steuer­entlastung von 2.430 € pro Jahr

pro Jahr anrechenbar sind 9% des Investitionsvolumens von 100.000 €

= 9.000 € pro Jahr anrechenbar

 

multipliziert mit individu­el­lem Steuersatz von 42% ergibt das eine Steuer­­entlastung von 3.780 € pro Jahr

Gesamtsteuerersparnis

das bedeutet eine Steuerentlastung in 9 Jahren von 21.870 € insgesamt

das bedeutet eine Steuerentlastung in 9 Jahren von 34.020 € insgesamt

letztendlich vom Bauherr zu tragen

78.130 €

65.980 €

 

Von der Modernisierungsvereinbarung zur steuerlichen Abschreibung

Damit ein Eigentümer diese Steuervorteile nutzen kann, muss er vor Beginn der Sanierungs-maßnahme mit der Ortsgemeinde, in der das Gebäude liegt, eine sogenannte Modernisierungs­vereinbarung abschließen.

Hierzu hat der Eigentümer folgende Unterlagen bei der Kommune möglichst vollständig vorzulegen:

  • Planunterlagen und Kostenermittlung nach DIN 276 durch Architekten; oder: eigene Kostenzusammenstellungen anhand von Unternehmerangeboten
  • Textliche Beschreibung der vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen
  • Aktuelle Fotos vom Gebäude (innen und außen), die den Sanierungsbedarf belegen
  • Grundbuchauszug und Lageplan

Die VG-Verwaltung gibt v.g. Unterlagen weiter an den Sanierungsbeauftragten der Orts­gemeinde. Dieser prüft, ob für das geschilderte Bauvorhaben eine steuerliche Abschreibung greifen kann. Im positiven Falle erstellt er dann die Modernisierungsvereinbarung. Als Anlagen sind der Modernisierungsvereinbarung eine Kostenübersicht und ggf. Baupläne zum Bauvorhaben beigefügt sowie eine Stellungnahme des Sanierungsbeauftragten, in der evtl. Auflagen für das Bauvorhaben aufgeführt sind, die sich aus dem Sanierungskonzept der Ortsgemeinde ergeben und vom Bauherrn zu beachten sind.

Erst wenn die Modernisierungsvereinbarung von Ortsgemeinde und Bauherrn unterzeichnet ist, darf der Bauherr mit seiner Maßnahme beginnen.

Ist das Bauvorhaben beendet, benötigt der Bauherr zum Erhalt der steuerlichen Abschreibung eine Bescheinigung der Ortsgemeinde zur Vorlage beim Finanzamt. Dazu prüft der Sanierungsbeauftragte die Original-Rechnungen des Bauherrn plus Fotos nach der Moder­nisierung und stellt die Bescheinigung über die anrechenbaren Modernisierungskosten aus.

Der Bauherr kann diese Bescheinigung und seine Baurechnungen beim Finanzamt mit seiner jährlichen Einkommenssteuerklärung vorlegen, um die steuerliche Abschreibung zu erhalten.

Initialzuschuss in Höhe von 500 € durch die VG Saarburg

Seitens des Sanierungsbeauftragten fallen Honorarkosten an für die Prüfung der Plan-unterlagen, für die Erstellung der Modernisierungsvereinbarung samt Stellungnahme sowie für die Prüfung der Rechnungsbelege und Vorbereitung der Bescheinigung für das Finanzamt.

Die Verbandsgemeinde unterstützt dabei die Bauherren finanziell und übernimmt von diesen Honorarkosten einen Pauschalbetrag von maximal 500 € je Modernisierungsvorhaben.

Über v.g. Pauschalbetrag hinaus gehende Honorarkosten sind vom Bauherrn selbst zu tragen.

 

EUROPÄISCHE UNION Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums:Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete
Dieses Angebot wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms PAUL unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten durchgeführt.